Eibisch

Unser treuer Freund

«Ich schätze dich als meinen treusten Freund.» Diese Aussage symbolisiert der Eibisch in der Pflanzensprache. Man schätzt den Heilwurz vor allem der wohltuenden ätherischen Öle wegen. Sie legen einen Schutzfilm auf angegriffene Schleimhäute, regenerieren und befeuchten den trockenen Hals.

Wem schmeckt Eibisch?

Gebraten schmeckten die salzhaltigen Wurzeln früher den Nonnen in ihren Klostergärten und später den Bauern. Auch die jungen Blätter und Blüten galten als willkommener Salatzusatz.
Als Süsses für unterwegs erfanden französische Confiseure das «pâte de guimauve», das heute weltverbreitet als Marshmallows bekannt ist. Diese klebrig süsse Konsistenz kommt aus den Inhaltsstoffen des Eibisch, die als zuckrige Polysaccharide Schleim und als Mineralsalze Substanz bilden.

Stenogramm

Pflanzenfamilie: Malvaceae
Blütezeit: Juli bis August
Erntezeit: Wurzeln, Ernte im zweiten Jahr: im Frühling vor Stängelaustrieb und Herbst nach Laubfall
Vegetation: Wächst auf salzigen Böden (Salzanzeiger), an sonnigen und warmen Plätzen sowie an nährstoff- und wasserreichen Lehm- oder Tonböden

Was bedeutet der Name?

Der Gattungsname «Althaea» stammt vom griechischen άλδα_νω (aldaíno, althaino; abgekürzt altho) und wird mit «heilen» oder «Fördern der körpereigenen Heilkräfte» übersetzt. Der Artname «officinalis» bedeutet, dass das Kraut in Apotheken offiziell als Heilmittel verkauft wurde.
Der volkskundliche Name «Eibisch» wird in der Schweiz als Ibisch, Ibsche, Ispe, Ibschge, Ibste, Hübsche usw. ausgesprochen. Weitere Synonyme sind: Heilwurz, Ibischwurz, Sammetpappel, Schleimtee, Schleimwurzel, Weisswurzel, Althee.

Impressionen

Wie sieht Eibisch aus?

In fast jedem klassischen Bauerngarten ist Eibisch angepflanzt. Die ganze Pflanze ist filzig weich behaart und steht alleine sowie aufrecht. Sie hat herzförmige Blätter und schöpft ihre Wachstumskraft aus Salz, weshalb sie auf salzhaltigem Boden gedeiht. Die Blütenfarbe ist weiss.

Wie hat man ihn früher genutzt?

Für Hildegard von Bingen war Eibisch in Form von Tee ein fiebersenkendes Mittel. In den Benediktinerklöstern wurden die Blätter in Öl und anschliessend auf geschlossene Wunden, Furunkel oder Prellungen und Quetschungen gelegt.

Wie nutzt man ihn heute?

Zum Beispiel als Tee bei Reizhusten: 1 TL Eibischwurzel auf 1 Tasse kaltes Wasser ansetzen, mindestens 3-4 Std. stehen lassen oder über Nacht. Dann absieben, und zum Trinken mundwarm erwärmen. Das Abkochen der Wurzeln und Blätter hat sich auch bei Magen-Darmgrippe, insbesondere bei Kindern, und bei Magenschleimhautentzündung bewährt. Auch der wegen seiner Konsistenz bekannte «Schneckensirup» ist aus Eibisch gemacht.
Und natürlich: Wir bei Ricola nutzen das ätherische Öl aus den Blättern für die wohltuende Wirkung für die (angegriffenen) Schleimhäute in Hals und Rachen.