Was gibt es Feineres als einen Tee aus frischer Pfefferminze oder Salbei? Oder wie wäre es mit Lavendelduftsäckchen für den Kleiderschrank oder einem entspannenden Bad mit Zitronenmelissenblüten?

Kräuter sind ein aromatischer Hochgenuss und vielfältig einsetzbar. Nicht jeder hat einen Kräutergarten, werden Sie vielleicht sagen. Doch bereits eine Fensterbank mit ausreichend Sonne, ein wenig Geschick und ein paar Tipps von Ricola Kräuterexperten Thomas Aeschlimann genügen, damit die Aufzucht Ihrer eigenen Kräuter gelingt.

Aussaat

März bis April ist der ideale Zeitpunkt, um Kräutersamen auszubringen. Wir empfehlen Saatschalen, die mit Plastik abgedeckt werden können: Diese funktionieren unter Sonneneinstrahlung wie Minigewächshäuser.

Achten Sie darauf, dass die Saatschalen nicht zu flach sind, damit sich die Wurzeln entwickeln können. Bis zur Keimung der Samen vergehen einige Wochen. Halten Sie während dieser Zeit den Boden ständig feucht.

Aussetzen

Sobald die Keimlinge ein zweites Blattpaar gebildet haben, können Sie sie «pikieren». Das bedeutet: Graben Sie nah aneinander aufgegangene Keimlinge aus und pflanzen Sie sie mit mindestens 15 Zentimeter Abstand voneinander wieder ein. Für den Garten empfehlen wir kompostierbare Töpfe, welche Sie später in ein Beet eingraben können.

Tipp: Soll es besonders schnell gehen oder haben Sie wenig Zeit, können Sie in jedem Gartencenter Setzlinge kaufen. Einige Kräuter sind sehr schwer selbst aufzuziehen: Dazu gehören aus der Ricola 13-Kräutermischung Pfefferminze, Salbei und Thymian, aber auch andere Kräuter wie Rosmarin, Estragon, Wermut und Lavendel.

Bodenwahl

Jedes Kraut hat Vorlieben, was die Bodenbeschaffenheit angeht. Thymian und Salbei zum Beispiel gedeihen in der Natur auf relativ kargen Böden. Kräuterexperte Thomas Aeschlimann empfiehlt, diese Kräuter am besten in eine Mischung aus drei Teilen Erde und einem Teil Sand einpflanzen.

Andere Kräuter wiederum lieben fruchtbare Erde. Welcher Boden, zu welchem Kraut passt, können Sie auf der Samenpackung nachlesen oder beim Gärtner erfragen.

Pflege

Kräuter sind grundsätzlich genügsame Zeitgenossen, so Kräuterexperte Aeschlimann. Dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten:
  • Kräuter lieben Sonne. Suchen Sie ihnen einen lichten Platz, wo circa fünf bis sechs Stunden täglich die Sonne scheint.
  • Graben Sie die Kräuter nur locker ein.
  • Giessen Sie regelmässig – am besten täglich. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, denn sie schadet den Wurzeln.
  • Düngen Sie Ihre Kräuter von Zeit zu Zeit mit etwas Komposterde oder Steinmehl. Verzichten Sie auf den Einsatz von Kunstdüngern.
Tipp: Je grösser der Topf, desto grösser können die Pflanzen werden.

Ernte

Idealerweise pflanzen Sie von jedem Kraut zwei bis drei Exemplare – so haben die Pflanzen genug Zeit, sich zu regenerieren, wenn Sie Teile davon abschneiden. Die meisten Kräuter ernten Sie vor oder während der Blüte, denn einige Kräuter verlieren durchs Blühen an Aroma oder die Stängel werden hart und ungeniessbar. Bei anderen – wie zum Beispiel Thymian – warten Sie selbstverständlich bis zur Blüte, da sie vom Kraut die Blüten verwenden.

Tipp: Kräuter am besten vor der Mittagshitze ernten – so bleiben die ätherischen Öle gut erhalten.

Weiterverarbeitung
Nicht immer können Sie Ihre sorgsam gezogenen Kräuter sofort zu Getränken oder Speisen weiter verarbeiten. Sie haben mehrere Möglichkeiten, Ihre Kräuter zu konservieren. Lesen Sie dazu mehr im Artikel Kräuter haltbar machen.