Malve

Stark durch weiche Wirkung

Für Christen symbolisiert sie die Bitte um Vergebung einer verhärteten Seele. Aber nicht nur bei spiritueller oder ganzheitlicher Betrachtungsweise heisst es, dass Malve Hartgewordenes wieder weich macht. Die erweichende Wirkung der Schleimstoffe kennen auch Pharmakologen.

Die «Weichheit» schon im Namen

Der Gattungsname «Malva» leitet sich vom griechischen «malakós», das mit «weich» übersetzt auf die erweichende Wirkung der Schleimstoffe hinweist. Der Artname «sylvestris» stammt vom lateinischen «silvestris - im Wald wachsend» ab. Das ist heutzutage eher selten der Fall.
In der Schweiz kennen manche die Malve als Käslikraut oder Käsepappel – wegen der Fruchtform, die an einen Käseleib erinnert. Auch schön ist die Ableitung «Pappel»: Der Schleimgehalt wird mit «pappigem» Kinderbrei verglichen. Weitere Namen sind: Feldmalve, Waldeibisch, Hasenpappeln, Bärwinde, Schwellkraut, Stoppelkraut, blaue Malve, Blaupappeln, Fünfadernkraut.

Die harten Fakten

Pflanzenfamilie: Malvaceae
Blütezeit: Juni bis Oktober
Erntezeit: Blüten: Juni bis Oktober; Blätter: Juli bis August
Herkunft: Europa
Vegetation: Weg- und Zaunrand, sonnige Wiesen, in Schutthalden, Ödland, Rebbergen, selten im Wald

Impressionen

Gut für den Smalltalk

Hildegard von Bingen nannte die Malve «Babela» und verwendete die gekochten Wurzeln für eine gute Verdauung.
Die Schweizer Post brachte 2003 eine Briefmarke heraus, auf der die wilde Malve abgebildet ist.
Die Chinesen nannten die Malve «Tung Kuei Tze» und verwendeten sie gegen Verdauungsstörungen.
Die Römer vermischten Malve mit Öl, Salz, Wein und Honig und verwendeten diese Mischung als Basis zur Therapie diverser Krankheiten, denn: Malve macht weich, Öl geschmeidig, Salz gibt Energie, Wein fördert die Durchblutung und Honig die Immunabwehr und Entspannung. Deshalb nannten die Römer Mischung «Omnimorbium» = alles gegen Tod oder Krankheiten.

Gut fürs Apothekerwissen

Die Schleimstoffe heissen Galacturonorhamane und Arabinoglacatane. Die Flavonoide sind Hypolaetin-3-O-glucosid, Gossypetin-3-glucosid, Flavonoidsulfat. Weitere wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe sind Polysaccharide und Gerbstoffe.
So hilft Malve bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum, trockenem Reizhusten, Gastritis und Reizmagen.

Gut für die Ricola 13-Kräuter-Mischung

Die schleimhaltigen Stoffe befeuchten Mund und Atemwege.