Holunder

Helle Blüten, dunkle Beeren

«Sambucus» ist die lateinische Entsprechung für Holunder. Der Artname «nigra» bedeutet «schwarz» und weist auf die im Schatten gereiften Beeren hin. Das Geissblattgewächs ist leicht zu finden in Auenwäldern, Flussufern, an Hecken, Waldlichtungen, Waldrändern.

Interessant für Märchenerzähler

Von den vielen Namensdeutungen gründet einer auch auf die Göttin Holla, die man im Märchen als Frau Holle kennt. Die Lichtmess am 2. Februar ist neben dem Fest des Lichts auch das der Frau Holle, die im «Holler» wohnt. Sie bringt Licht und Schatten ins Mass und zeigt den goldenen Weg. Von Juni bis Juli leuchten die hellen Blüten in der Sonne, von August bis September sind die dunklen Beeren reif, die im Schatten gereift sind.
Die hohlen Äste des Holunderstrauchs können laut altem Volksglauben Nöte und schlechte Stimmung aufnehmen. Mehr noch, man könne über sie Kontakt zu den Ahnen aufnehmen. Kontakt halte der Holunder auch mit Pflanzen, Tieren und feinstofflichen Wesen, weshalb also die Schutzgöttin Holle darin wohne.

Praktisch für Bastler

Manche sagen, der lateinische Artname ginge auf die «Sambuka» zurück, eine antiken Flöte, die aus den Zweigen hergestellt wurde. So eine Flöte kann man natürlich auch heute noch herstellen, indem man aus den Zweigen, die innen hohl sind, das weiche Mark herausgekratzt.

Impressionen

Zuverlässig für Heiler

Der Holunder hat es wirklich in sich. Zum Beispiel die Flavonoide Rutin, Isoquercitrin, Quercitrin Hyperosid. Ausserdem ätherisches Öl, Schleimstoffe und Kaffeesäurederivate.
Die Früchte wirken antioxidativ sowie antiviral. Die Fruchtsäuren haben Vitamin C und Folsäure. So wird Holunder unter anderem bei Erkältungserkrankungen und fiebrigen Katarrhen der Atemwege eingesetzt. Er ist schweisstreibend und dadurch fiebersenkend, steigert die Bronchialsekretion und ist immunmodulierend.

Fein für Geniesser

Holunderblüten im Teig oder Holundersuppe, Holunder-Sekt, -Saft, -Sirup… es gibt viele Rezepte, um aus den duftenden Blüten oder den gesunden Beeren auf einfache Art etwas Besonderes zuzubereiten.