Kräuterzentrum

Kräuter sind der wichtigste Rohstoff aller Ricola Produkte. Im Ricola Kräuterzentrum werden diese Kräuter aus dem Schweizer Berggebiet zentral verarbeitet.

Bau

Nach 16 monatiger Bauzeit hat das neue Ricola Kräuterzentrum Anfang Mai 2014 unmittelbar neben dem Produktionsbetrieb in Laufen seinen Betrieb aufgenommen.

Das Gebäude mit massiver Stampflehmfassade ist über 100 Meter lang, rund elf Meter hoch und wurde von Herzog & de Meuron entworfen. Es ist das siebte Mal, dass Ricola das Basler Architekturbüro für ein Bauprojekt engagierte. Für die Lehmfassade wurde die Firma Lehm Ton Erde Baukunst GmbH hinzugezogen. Martin Rauch, Gründer und Geschäftsführer, ist Europas führender Experte in Sachen Bauen mit Lehm.

Lehmbau

Fast 3'000 Quadratmeter Fläche, 670, jeweils 4-6 Tonnen schwere Stampflehm-Elemente. Das sind die beeindruckenden Zahlen der handgemachten Lehmfassade des Ricola Kräuterzentrums.

Der Stampflehmbau ist eine weit verbreitete und Jahrtausende alte Bautechnik. Krümelige, erdfeuchte und relativ magere Lehmmasse wird schichtweise in eine Schalung eingeschüttet und durch Stampfen verdichtet. Lehmbau ist vor allem eines: Handarbeit. Dadurch benötigt er wenig Energie, dafür aber viel Zeit.

Nach dem Trocknen und Lagern werden die fertigen, 3,40 Meter langen, 1,30 Meter hohen und 0,45 Meter starken Elemente auf die Baustelle geliefert. Wie überdimensionierte Bauklötze kommen sie daher und werden Stück für Stück versetzt und miteinander verbunden. Lediglich mit einem Mörtelbett aus Lehm und einer Nutauffüllung mit Trasskalk trägt sich die Fassade selbst. Mit demselben Material, aus dem auch die Elemente gestampft sind, werden die Fugen von Hand aufgefüllt. Nach aussen wirkt die fertige Fassade wie ein Monolith, durchzogen mit ihren charakteristischen, horizontalen Stampfschichten.

Die Fassade des neuen Ricola Kräuterzentrums löst damit gleich zwei Versprechen ein: hohe Regionalität und innovative Weiterentwicklung des Lehmbaus. In Laufen steht jetzt der grösste Lehmbau Europas.

Architektur

Pierre de Meuron, Senior Partner von Herzog & de Meuron, äusserte sich zum Lehmbau wie folgt: „Als Architekt hat man nicht nur das Programm als Vorgabe, sondern auch den Ort, an dem das Gebäude stehen soll. Die Materialien, die für die Hülle des Kräuterzentrums gebraucht werden, kommen aus einem Umkreis von acht bis zehn Kilometern. Das Gebäude ist aus der Kultur, dem Boden entstanden.“ Gebaut wurde das Kräuterzentrum mit Lehm und Erde aus der Laufentaler Heimat, „was einerseits für traditionelle Werte steht und andererseits durch die nachhaltige Bauweise auch in die Zukunft weist“, wie Martin Rauch festhielt. Dass das neue Kräuterzentrum nachhaltig gebaut ist, belegen die energiefreundliche Beheizungsart und die Fassade aus Stampflehmelementen, welche für eine ausgleichende Wirkung auf Temperatur und Feuchtigkeit im Gebäude sorgen.

Eine weitere Besonderheit sind die mit 6 Meter Durchmesser sehr grossen, kreisrunden Fenster. An jeder Fassadenseite beleuchten sie das Innere der Lagerhalle und prägen zudem die äussere Erscheinung.

16 Monate in 7 Minuten

Erfahren Sie mehr über das Kräuterzentrum und die Verarbeitung der wertvollen Kräuter: Kräuterverarbeitung